Reste

von Rolf K. Wegst

OFFCUTS – Die Ästhetik des Übriggebliebenen

Was macht ein Bild zu einem „guten“ Bild? Meistens entscheiden wir das im Ausschlussverfahren. In der Fotografie ist der Prozess des Editierens oft gnadenlos: 

Für jede Serie, die an einer Wand landet, wandern dutzende Motive in den digitalen Papierkorb oder verstauben in Archivordnern. Diese Ausstellung widmet sich diesen „Resten“.

Es sind Bilder, die:

„Zu viel“ waren: Motive, die eine Geschichte erzählten, die bereits erzählt war.

Aus der Reihe tanzten: Starke Einzelgänger, die sich keinem starren Konzept unterordnen wollten.

Fragmente blieben: Anfänge von Serien, denen die Zeit, der Mut oder der rote Faden fehlte.

Was auf den ersten Blick wie eine bloße Verwertung wirkt, ist bei genauerem Hinsehen eine Befreiung. Ohne den Druck, in ein fertiges Konzept passen zu müssen, entfalten diese Fotografien eine ganz eigene, rohe Ehrlichkeit. Sie sind das visuelle Äquivalent zu den Skizzen am Rand eines Manuskripts – ungeplant, ungeschönt und oft überraschend lebendig.

RESTE oder auch B-Sides, Outtakes, Fragmente oder Leftovers, feiert das Unvollendete und gibt dem, was eigentlich aussortiert wurde, den Raum, den es verdient.